Gast- und Geschäftshaus Eiffert am Bahnhof Rixfeld
Mein Urgroßvater, Maurermeister Johannes Link, baute im Jahr 1902 das Haus Eiffert am Bahnhof Rixfeld.
Sein Schwiegersohn Johannes Karl Eiffert und seine Tochter Katharina (meine Großeltern) betrieben zunächst nur eine Gaststätte in dem Anwesen, kurze Zeit später auch einen Handel mit Baustoffen und dem Verkauf von Kohle. Ab 1912 begann man zusätzlich den Handel mit Futter- und Düngemittel, der im Laufe der Zeit ein einträgliches Geschäft wurde, denn durch neue Erkenntnisse zur Ertragsverbesserung im Bereich der Landwirtschaft kam es zu einer vermehrten Nachfrage. Zudem lag das Geschäft genau neben der Vogelsbergbahn, die kurz vorher in Betrieb gegangen war. So war die Anlieferung von Futter, Düngemitteln und Kohle, sowie weiterer Waren recht einfach zu bewältigen.
J.K.Eiffert
Familienfoto um 1918/19 von links:
Sohn Karl, Vater Johannes Karl, Tochter Maria („Mitte“ genannt), Tochter Lieschen, Sohn Hans, Mutter Katharina und Tochter Katharina (genannt Kotte“)
Nach dem Tod von Johannes Karl Eiffert 1919, der geschwächt aus dem Krieg heimgekommen war, führte meine Großmutter das Unternehmen weiter.
rechts: Sein Grab mit einem monumentalen Grabstein aus Granit
Drei Generationen:
Großmutter Katharina und meine Mutter Else mit mir auf dem Arm.
(von rechts)
Der älteste Sohn Hans (bekannt als „Bahnhöfer Hannes“) trat die Nachfolge an und führt das Geschäft bis 1963, die Gaststätte bis 1967.
Außerdem gehörte noch eine kleine Landwirtschaft dazu.
Bereits seit den 20er Jahren war eine Freiluft-Kegelbahn, die sich hinter der Wirtschaft befand, in Betrieb.
Familienbild um 1935 der Familie Eiffert von links:
Karl Eiffert (geb. 1904) mit Ehefrau Maria, Maria Niedling, geb. Eiffert (1903) mit Ehemann Robert, Katharina Eiffert (1879) Ehefrau von Johannes Karl Eiffert, Elise Eiffert (1914), Anna Eiffert Ehefrau von Johannes Eiffert (1902), davor Else Eiffert, meine Mutter (1917) und Albert Eiffert (1919) der bereits 1941 im Krieg gefallen ist.
Im Gras sitzen die Kinder von Johannes Eiffert: Karl (geb. 1927, gest. 2015), Hans (geb. 1932, gest. 2015) und Else (geb. 1926, gest. 2014).
Die Gastwirtschaft Eiffert hatte eine ausgezeichnete Lage, direkt gegenüber dem Bahnhof. Viele Vogelsberger aus den umliegenden Dörfern, die den Zug als Verkehrsmittel nutzten, waren häufige Gäste. Gleichzeitig kreuzte in unmittelbarer Nähe die spätere Bundestraße eine Kreisstraße von Stockhausen kommend.
Zum 1. Januar 1964 kam es zur Geschäftsübergabe an die beiden Söhne Karl und Hans und einer Teilung des Betriebsgeländes.
Albert Johannes Karl Eiffert – bekannt als „Eifferts Karl“ – (geb. 1927, gest. 2015), übernahm den Baustoffhandel und baute den Betrieb weiter erfolgreich aus. Dessen Sohn Klaus Dieter wurde 2002 Chef des Unternehmens.
Bereits 1962 begann der jüngere Sohn von Christoph Johannes Karl, Hans, ein Gewerbe mit Bagger- und Raupenarbeiten. 1964 kam durch die Übergabe der Brennstoffhandel zum Geschäft hinzu. 1967 übernahm er mit seiner Ehefrau Lieselotte, geb. Schaub, außerdem die Gastwirtschaft von seinen Eltern und begann mit einem kompletten Umbau in den Jahren 1969/70.
Nur wenige Jahre später, nämlich am 26. März 1975, wird das Stammhaus mit der Gaststätte durch einen Großbrand vernichtet und der übrige Betrieb später eingestellt. Im wieder aufgebauten Haus wurde keine Gaststätte mehr eingerichtet.






