Unser Dorf Rixfeld
 

Gasthaus Link/Jöckel Rixfeld


In einem Bericht des Lauterbacher Anzeigers vom 25. Sept. !976, anlässlich des Umbaus der Gaststätte, ist zu lesen, dass diese bereits seit 1826 bestanden hat. Bis dahin hatte die Familie Link in ihrer Gastwirtschaft auch die Gemeindeherberge zu betreuen. „Landfahrer, Wanderburschen und Tippelbrüder fanden ein Nachtquartier im Stall auf einem immer frischen Strohlager.


                                                                         Johannes Link und Anna Maria geb. Habicht






Johannes Link (*1847 †1904), mein Urgroßvater, heiratete am 26. Dez. 1875 Anna Maria Habicht aus Engelrod und gründete 1883 eine Gastwirtschaft mit Kolonialwarenladen

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Seine Eltern waren Martin (Merten Link, daher der Dorfname Mertes) aus Pford und Anna Katharina Hübner aus Stockhausen. Er war im Hauptberuf Maurermeister und erbaute u.a. das Gasthaus Johannesberg und das Anwesen der Likörfabrik Wilhelm Vollmüller in Lauterbach, ebenso die Gaststätte Eiffert am Bahnhof. Johannes und Anna Maria hatten insgesamt acht Kinder von denen vier ganz früh verstorben sind.


Im Jahr 1900 heiratete Heinrich Jöckel (*1872 †1960) aus Ilbeshausen die älteste Tochter Marie und übernahm den Betrieb mit einer kleinen Landwirtschaft. Viele lernten beim „aale Jöckel“ das Skatspiel. Es wurden oft lange Abende.


Sohn Johannes Jöckel (*1905 †1983), führte ab 1928 zusammen mit seiner Frau Luise, geb. Hasenau, den Betrieb.





Links: Luise und Johannes Jöckel zusammen mit Heinrich Jöckel vor der Gastwirtschaft










Ein Bild aus den 30er Jahren zeigt fleißige Holzschneider vor der Gastwirtschaft.

Von links: Heinrich Jöckel. (*1872), Sohn Johannes (*1905), eine Magd beim Bierzapfen sowie Schwiegertochter Luise (*1905) und Enkel Rudolf (*1929)




1955 wurde die alte Scheune abgerissen und es entstand ein neues Lebensmittelgeschäft, nachdem man sich bereits 1953 der Spar-Handelskette angeschlossen hatte.


1970 übernahmen Rudolf Jöckel (*1929 † 2022) mit seiner Ehefrau Hilde geb. Eichenauer, das Anwesen. Über 100 Jahre waren die Gäste in der „guten Stube” bei „Mertes” bereits familiär bewirtet worden.

Rudolf Jöckel wurde 1935 in der Volksschule in Rixfeld eingeschult Danach besuchte er die Handelsschule in Fulda. Ab 1945 folgte eine Lehre in der Metzgerei Bönsel in Lauterbach. 10 Jahre lang arbeitet er montags und dienstags als Geselle dort. Im Winter machte er Hausschlachtungen und half im elterlichen Betrieb mit. Am 21.04.1956 heiratete er seine Frau Hilde, geb. Eichenauer. 1960 wurde der Neubau von Scheune und Stallungen in Angriff genommen. 1970 übernahm er das Geschäft von den Eltern. Die Landwirtschaft wurde verkleinert und teilweise verpachtet.


In den Jahren 1976/77 erfolgte der Abbruch des alten Anwesens, es folgte der Neubau von Wohnhaus und Gaststätte. Ein Dank erging an viele freiwilligen Helfer (Gesangverein, Sportschauclub, Verwandte, u.v.a.).

Am Freitag, dem 25. September 1976 war es dann so weit und die neuen Räumlichkeiten konnten nach dem Umbau bezogen werden. Der LA berichtete, dass neben Bürgermeister Lothar Wyrtki auch Gäste aus der Partnergemeinde Oelegem aus Belgien bei der Neueröffnung dabei waren. 

Der Gesangverein „Edelweiß” brachte seinem Vereinswirt ebenfalls ein Ständchen und hielt damit Einzug in seinen neuen Übungsraum.
Hermann Keitzer, erster Vorsitzender des Vereins überreichte dem Gastwirtehepaar ein Geschenk zur Einweihung.


                                                                            Rudolf und Hilde in ihren neuen Gasträumen.

1990 mussten er und seine Familie aus gesundheitlichen Gründen die Gaststätte aufgegeben.